Tech Brief #13 | SAPs Automatisierungs-Offensive und Metas Agentic Targeting
I) SAP investiert in n8n und kooperiert mit Parloa
SAP beteiligt sich am Berliner Automatisierungs-Unicorn n8n, dessen Bewertung sich im Zuge der Finanzierungsrunde auf über 5 Milliarden US-Dollar verdoppelt hat. Die Technologie von n8n wird nativ in das eigene „Joule Studio“ integriert. Parallel dazu investiert SAP einen zweistelligen Millionenbetrag in das Conversational-AI-Venture Parloa, um die Automatisierung von Kundenservice-Prozessen zu stärken. Quelle: Handelsblatt
Strategische Einordnung: SAP versucht mit diesen Investments spürbar, im Bereich der generativen KI aufzuholen. Der Fokus liegt auf der End-to-End-Automatisierung von Workflows und Unternehmensprozessen. Dabei drängt sich eine kritische Frage auf: Warum kann SAP die Automatisierung der Prozesse, die seine Software originär abdeckt, nicht aus eigener Kraft lösen? Es ist ein klares Indiz dafür, dass auch in diesem Zyklus die Gewinner der neuen Technologie eher nicht die Incumbents sein werden.
II) Meta führt „Agentic Targeting“ für Advertiser ein
Mit der Einführung von „Agentic Targeting“ entfällt die klassische manuelle Zielgruppensteuerung (Alter, Ort, Interessen). Werbetreibende definieren künftig nur noch das gewünschte Budget und das Ziel (Outcome). Die autonomen KI-Agenten von Meta übernehmen in Echtzeit die gesamte Generierung von Creatives, das Bidding und das fortlaufende Targeting. Quelle: The Information
Strategische Einordnung: Meta steht unter enormem Druck, seine gigantischen KI-Investitionen der letzten Jahre vor den Aktionären zu rechtfertigen. Um diese Ausgaben zu refinanzieren, muss sich der Konzern stark auf die Erhöhung der eigenen Wertschöpfung konzentrieren, da Meta die Einnahmeströme aus Kapazitäts-Vermietung (Hyperscaler) oder Token-Gebühren (Frontier-Labs) nicht zur Verfügung stehen. Daher erhöht Meta den Druck auf die gesamte Wertschöpfungskette zwischen der eigenen Plattform und den Advertisern. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass die Optimierung künftig primär im eigenen Produkt und beim First-Party-Datenmanagement stattfindet – und nicht mehr im Werbemanager.