Tech Brief #5 | PE-Fonds als KI-Katalysatoren und der McKinsey-Hack
I) Private Equity Partnerschaften als KI-Katalysator
OpenAI und Anthropic verhandeln über Joint Ventures mit führenden Private-Equity-Häusern. Dabei geht es um den Einsatz von “Forward Deployed Engineers” nach dem Vorbild von Palantir, um die KI in den Portfolio-Unternehmen der PEs einzusetzen. OpenAI verhandelt den Berichten zufolge mit TPG, Bain Capital, Advent und Brookfield, während Anthropic an einer Struktur mit Blackstone, Permira und Hellman & Friedman arbeitet. Quelle: Reuters zu Anthropic PE JVs; Reuters zu OpenAI PE JVs
Strategische Einordnung: Ein vielversprechender Ansatz, um die langsame Adoption von KI in traditionellen Unternehmen zu beschleunigen. Dieser Schachzug dürfte mittelfristig auch Wettbewerber der PE-PortCos unter Druck setzen KI stärker als bisher einzusetzen.
II) McKinsey’s Lilli-AI offenbart gravierende Sicherheitslücken
Das Cybersecurity-Startup CodeWall hat in weniger als zwei Stunden die interne generative KI-Plattform „Lilli“ von McKinsey gehackt. Das Resultat: Voller Lese- und Schreibzugriff auf die Produktionsdatenbank sowie auf 46,5 Millionen interne Chat-Nachrichten, 728.000 Dateien und 57.000 Nutzerkonten. Auch die 95 System-Prompts, die das Verhalten und die Leitplanken der KI steuern, lagen offen und waren überschreibbar.
Quelle: CodeWall
Strategische Einordnung: Dieser Vorfall dürfte nachhaltig das Vertrauen von Klienten in die Fähigkeiten der großen Management-Beratungen zur technischen Begleitung der KI-Transformation erschüttern. Absolute Vertraulichkeit und Vertrauen sind die entscheidenden Grundpfeiler des professionellen Wertesystems in der Beratung. Daneben ist es ein weiterer Weckruf, dass die Sicherheitsarchitektur massiv mehr Aufmerksamkeit braucht.